Mehr als nur Angkor Wat: Kambodscha, September 2023

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Unser Reiseexperte Christoph Busch reiste das erste Mal in seinem Leben nach Kambodscha. Er war überwältigt von Angkor Wat und überrascht, dass Kambodscha mancherorts sogar an die Malediven erinnert.

Am 8. September 2023 flog ich von München über Bangkok nach Siem Reap, der Stadt, die durch die unmittelbare Nähe zu dem kambodschanischen Über-Highlight profitiert: Angkor Wat. Natürlich freute ich mich auf die Welterbestätte, war aber auch gespannt, was das südostasiatische Land noch zu bieten hat.

Ich landete auf dem alten Flughafen in Siem Reap – ein gemütlicher kleiner Airport, den es so nicht mehr gibt. Mittlerweile wurde nämlich ein neuer eröffnet. Ein kurzer Transfer brachte mich zu meinem Übernachtungshotel Anantara Angkor – natürlich haben dutzende Hotels in Siem Reap den Namen der Super-Sehenswürdigkeit in ihren Namen aufgenommen. Wir besichtigten am Ankunftstag noch Hotels mit Namen, wie Borei Angkor Resort & Spa, FCC Angkor by Avani Hotel, Shinta Mani Angkor & Bensley Collection Pool Villas und Angkor Village Hotel.

Angkor Wat

Direkt am 2. Tag durften wir Angkor Wat dann persönlich in Augenschein nehmen. Man hatte eine 4-stündige Führung für uns organisiert – eine Angkor-Wat-Wanderung sozusagen. Unser Reiseführer war Kambodschaner, hat aber mal ein paar Jahre in Deutschland gelebt. Er konnte uns alle Geschichten und Fakten auf Deutsch erzählen.

Angkor ist ein riesiger Komplex. Früher war es mal eine Stadt. Heute sind nur noch die Tempelanlagen übriggeblieben sowie eine Brücke mit steinernen Wächtern am Geländer: die Wächter auf der linken Seite schauen lieb drein, die auf der rechten Seite sehr grimmig.

Nette Figuren links der BrückeBöse Figuren rechts der BrückeTempel in AngkorAffe in AngkorDschungeltempelRuinenGut erhaltener TempelAngkor WatRelief in Angkor

Nicht nur für Geschichtsfans ist Angkor ein Muss. Mir gefiel am besten der Dschungeltempel, der als Kulisse für den Film Tomb Raider 1 mit Angelina Jolie diente. Er liegt – logisch – mitten im Dschungel und ist von großen Wurzeln und Lianen überwuchert. Die Natur holt sich eindrucksvoll zurück, was ihr gehört.

Smiling Gecko

Abends fing es mächtig an zu schütten, wie es in der Regenzeit von Mai bis Oktober immer mal wieder vorkommt. Während meines Aufenthaltes im September regnete es aber niemals lange. Für unser Programm war der Regen ok, denn wir haben uns Hotels angeschaut.

Wir ließen unseren Abend in der quirligen Pub Street von Siem Reap ausklingen, die mich an die Kao San Road in Bangkok erinnerte, gefüllt mit Live-Musik und Partyvolk. Wir tranken Draft-Bier und genossen die Atmosphäre - zwei Biere kosteten uns nur 4 Dollar.

Die Pub Street in Siem Reap

Am frühen Morgen des dritten Tages fuhren wir zu unserem nächsten Ziel, dem Farmhouse Resort & Spa, Smiling Gecko. Die Fahrt zog sich ein wenig, da es auf der gegenüberliegenden Seite des Tonle Sap Sees liegt. Dieses Resort ist ein wundervolles Projekt, das die lokale Bevölkerung unterstützt, indem es eine Schule finanziert und junge Menschen in den Bereichen Gastronomie, Tischlerei und Fischerei ausbildet. Für uns war das Farmhouse eine ideale Zwischenstation auf dem Weg in die Hauptstadt Phnom Pen.

Hauptstadt Phnom Penh

Dorthin fuhren wir am 4. Tag unserer Reise. Die Fahrt dauerte etwa sechs Stunden. Weil in Kambodscha gerade das Jahr des Hasen zelebriert wurde, begrüßte uns eine große Hasenskulptur. Nachdem wir eingecheckt hatten, nutzte ich meine freie Zeit für einen Spaziergang auf dem Tempelberg. Die Aussicht auf die Stadt war atemberaubend, obwohl ich leider keine Zeit hatte, die Tempel selbst zu besuchen.

Später besichtigten wir die Markthalle, ein erstaunlicher Ort, an dem man praktisch alles kaufen kann. Hier sahen wir sogar riesige Eisblöcke, die zur Herstellung von Getränken verwendet wurden. Unser Abendessen hatten wir dann im "Grünen Haus", einem Khmer-Restaurant, das lokale Küche anbot. Kurios war die Zimmerdecke, die aus alten Fensterläden bestand. Dort habe ich auch mein erstes Kambodschanisches Bier getrunken: Hanuman Premium Lager, benannt nach dem hinduistischen Affengott.

Nach dem Dinner betraten wir ein Boot, das uns auf eine „Sunset Cruise“ mitnahm. Wir fuhren auf den 3 Flüssen, die sich in Phnom Penh verbinden: dem Mekong, dem Tonle-Sap-Fluss und dem Bassac-River. Die Stadt war voller Baustellen und schien Bangkok mit seinen vielen Hochhäusern immer ähnlicher zu werden. Den „Sunset“ haben wir durch die dichten Wolken leider nicht gesehen, interessant war es trotzdem. Wir fuhren sogar an der VIP-Lounge des kambodschanischen Königs vorbei.

Am Bootsanleger wartete schon der Bus auf uns, der uns zu unserem Hotel fahren sollte. Wir hatten aber Lust zu laufen und so spazierten wir am Königspalast vorbei in unser Domizil. Viele Stände mit Essen kreuzten unseren Weg, darunter auffallend viele Eisstände. Bei einem solchen abendlichen Spaziergang durch Phnom Penh müssen Sie sich übrigens keine Gedanken um Ihre Sicherheit machen. Wir haben uns die ganze Zeit sehr sicher gefühlt.

Trauminsel Koh Rong

Tag fünf führte uns an die kambodschanische Küste. Das dauerte eine Weile. Die Transferzeit wird sich aber bald deutlich verkürzen, wenn die geplante Flugstrecke von Siem Reap nach Koh Rong ihren Betrieb aufnimmt.

Wir nahmen ein Boot zur Insel Koh Rong. Mit offenen LKWs holte man uns vom Bootsanleger ab und brachte uns zum Hotel Royal Sands Koh Rong. Diese Insel ist ein wahrhaft tropisches Paradies, mit traumhaften Stränden und einem einzigartig schönen Hotel, das die natürliche Schönheit perfekt in Szene setzt. Wir bezogen eine Pool-Villa und konnten uns über unseren eigenen Privatpool freuen.

Das Hotel stellt viele Produkte selbst her. Die Angestellten recyceln Glasflaschen und züchten Orchideen. Die Orchideen wachsen in halbierten Kokosnüssen, die an die Palmen gehängt werden. Wir nahmen einen Sundowner am Strand zu uns und konnten diesmal tatsächlich eines fantastischen Sonnenuntergangs ansichtig werden – Mega! Nach einem leckeren Dinner fielen wir ins Bett

Am Morgen danach unternahmen wir eine Bootstour durch die Mangrovenwälder und wanderten anschließend auf Holzstegen durch dieses faszinierende Biotop. Dabei bekamen wir auch einige kleine Tiere zu Gesicht.

Abends schon traten wir die Rückreise nach Phnom Penh an, wo wir im Hyatt Regency Phnom Penh unterkamen. Nach einer Hotelführung und einem guten Abendessen feierten wir im Hoteleigenen Club. Um dorthin zu gelangen, folgten wir einer langen alten hölzernen Treppe ins Untergeschoss. Wir fühlten uns ins New York Al Capones zurückversetzt. Im Club spielte eine Band, die auch Liedwünsche erfüllte. Weil es unser letzter Abend in Kambodscha war, wollte keiner von uns so recht ins Bett gehen. Zu Später Stunde hatte die Bar nur noch für unsere Truppe geöffnet.

Am nächsten Tag flogen wir nach Bangkok und Phuket, wo wir einige Hotels besichtigten und eine Reisemesse besuchten.

Fazit: vielseitiges Kambodscha

Kambodscha ist ein vielfältiges Land ist, reich an Naturschönheiten, lebendigen Städten und wunderschönen Stränden. Die Menschen sind sehr freundlich und die Preise sind im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern noch günstiger. Trotz der hohen Luftfeuchtigkeit und gelegentlichen starken Regenfälle während der Regenzeit, war die Reise absolut lohnenswert. Die Küche, vor allem der Fisch und die vegetarischen Gerichte, war ein weiteres Highlight. Die Kambodschaner essen nicht so scharf wie die Thais – Chilis reichen sie separat zum Essen, so dass man selbst die Schärfe regulieren kann. Englisch ist in Kambodscha weit verbreitet, was das Reisen erheblich erleichtert. Auffällig fand ich die lange Transferzeit von Siem Reap nach Phnom Penh – aber an deren Verkürzung arbeiten die Kambodschaner bereits.

Kambodscha hat also mehr zu bieten als Angkor Wat. Mir werden neben der tropischen Trauminsel Koh Rong vor allem die herzlichen Kambodschaner in Erinnerung bleiben.

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